Update zum Nistkasten-Cache in Wächtersbach

Verschiedene Nistkästen der NABU Wächtersbach
Verschiedene Nistkästen der NABU Wächtersbach mit und ohne Kennzeichnung

Wie bereits angekündigt, fand heute Nachmittag eine Gesprächsrunde zwischen Frank Schäfer (Redakteur für das Gelnhäuser Tageblatt sowie den Hanauer Anzeiger), dem 1. Vorsitzenden der NABU-Ortsgruppe Wächtersbach Karl-Richard Licht, der betroffenen Ownerin und mir als Vorsitzende des Geocaching Rhein-Main e.V. statt.

In einem überaus konstruktiven und freundlichen Dialog, räumten alle Seiten ihre Fehler ein und vereinbarten für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit.

 

Die derzeit verwendeten Nistkästen, die in der Region teilweise schon seit vielen vielen Jahren hängen, lassen bisher leider eine entsprechende Markierung der Nabu vermissen. Eine solche Markierung wird an neuen Nistkästen aber bereits eingesetzt. Daher wurde auch das als Cache verwendete Vogelhaus voreilig als vermeintliches Eigentum erkannt. Diesen Fehler räumte K.-R. Licht gern ein. Nichtsdestotrotz  äußert er begründete Bedenken, was die Verwendung von Nistkästen als Geocache-Versteck anbelangt. Ich selbst durfte mich gerade erst in einem Video, dass mir in diesem Zusammenhang zugesendet wurde, davon überzeugen, dass es leider Geocacher gibt, die ihren Verstand auf der Suche nach der Dose wohl ausschalten und auch offensichtlich echte Vogelhäuser aufmachen und inspizieren, auch wenn die eigentlichen Koordinaten noch 50 Meter weiter zeigen.

Da die gewählte Cache-Location des hier betroffenen Caches nun eben in einem empfindlichen Gebiet lag und auch keine Genehmigung eingeholt wurde, wusste die NABU sich leider keinen anderen Rat, als sich an die Presse zu wenden. Um solche Kontakt-Schwierigkeiten und die daraus resultierende Negativ-Presse zukünftig zu vermeiden, haben wir nun umgehend hier auf der Website eine Möglichkeit eingebaut Geocaches zu „melden“. Diese Funktion ist bitte als Funktion für „Nicht-Cacher“ zu verstehen, die sonst einfach nicht wissen, wie sie Kontakt zum Besitzer aufnehmen sollen.

Konkret gefährdet ist in diesem Waldabschnitt im Übrigen der sogenannte „Wendehals“:

Der Wendehals (Jynx torquilla) ist der einzige europäische Vertreter der GattungJynx, die außer ihm noch den in Afrika beheimateten Rotkehl-Wendehals (Jynx ruficollis) umfasst. Die Art, von der bis zu sieben Unterarten beschrieben werden, ist in der gesamten mittleren und nördlichen Paläarktis vertreten. Die zentral- und nordeuropäischen Bestände haben in den letzten Jahren starke Einbußen erlitten.

(Quelle: Wikipedia)

Diese Spechtart ist in Deutschland laut Herrn Licht vom Aussterben bedroht und daher besonders zu schützen.

Die Ownerin wird daher den Cache kurzfristig entfernen und archivieren. Gemeinsam wurden allerdings auch bereits Ideen gesammelt, wo evtl. ein neuer Cache platziert werden könnte und wer hier zwecks Genehmigung zu kontaktieren ist. Denn Genehmigungen kann die NABU selbst natürlich nicht vergeben. Wir werden die Ownerin hierbei gern unterstützen.

Außerdem haben wir gemeinsam mit Herrn Licht und Herrn Frank für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Wir haben angeboten einmal zu einer der Sitzungen der NABU-Orts- oder Kreisgruppe zu kommen und für Fragen rund um das Thema Geocaching zur Verfügung zu stehen. Auch über CITOs in der Region wurde nachgedacht. Außerdem würden wir gern im Laufe des Jahres nach dem Vorbild der „Pro Natur“ im Sauerland eine Veranstaltung im Main-Kinzig-Kreis und ggf. darüber hinaus planen, bei der uns sowohl das Gelnhäuser Tageblatt als auch die NABU mit Rat und Tat zu Seite stehen werden.

Das Gelnhäuser Tageblatt sowie der Hanauer Anzeiger werden den Artikel zu unserer Gesprächsrunde online und in gedruckter Form veröffentlichen und leisten damit ihren Teil zur Wiedergutmachung.

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