Pro Natur 2014 im Sauerland

Pro Natur 2014

Robert (reality666) und ich waren am 12. Oktober zu Gast beim Aktionstag „Pro Natur 2014“ im Sauerland. Geocaching-im-Sauerland.de [Link] hatte hierzu in den Wildpark [Name xxx] geladen, um Jäger, Förster, Grundeigentümer und Geocacher ins Gespräch zu bringen.

Begonnen wurde zunächst mit einer kurzen Einführung „Was ist Geocaching?“, denn es waren tatsächlich viele der oben genannten „Nicht-Cacher“ zu Besuch. Nach einem Zitat aus Hoëckers Buch „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers: Mit Gëocaching zurück zur Natur“ wurden einige Zahlen und Fakten präsentiert und dann anschaulich mit Hilfe verschiedener Kartenausschnitte die Vielzahl an Geocaches in der Umgebung und der ganzen Welt gezeigt. Auch typische Verstecke wurden in der kleinen Präsentation vorgestellt und im Anschluss konnten eine Vielzahl von Dosen auch live begutachtet werden.

Pro Natur 2014: Geocaches

Geocaching-im-Sauerland bieten auf ihrer Website die Möglichkeit Geocaches zu „melden“ [Link: Geocache melden]. Das ist natürlich nicht damit zu verwechseln, dass der normale Cacher den Owner kontaktieren kann oder ein „Needs Maintenance“ oder „Needs Archived“ loggen kann, sondern dient eben den „Muggeln“ dazu, Kontakt aufzunehmen, wenn Sie einen Cache gefunden haben, der dort nicht liegen sollte.

Andreas Schneider vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen stellte die – gemeinsam mit Geocachern aufgestellten – Richtlinien vor, nach denen in NRW derzeit Caches genehmigt werden:

  • Geocaches dürfen grundsätzlich nur mit Zustimmung des Grundeigentümers gelegt werden (es schadet sicher aber auch nicht den zuständigen Jäger/Jagdpächter, Förster und Waldbauer zu kontaktieren)
  • Nachtcaches bedürfen einer zusätzlichen Genehmigung durch den zuständigen Jäger
  • In Naturschutzgebieten dürfen die Wegegebote nicht gebrochen werden, dass heißt, dass Caches nur am Wegrand (+- 1-2 Meter) liegen dürfen. Ein Cacher aus dem Publikum beschrieb sehr schön: Caches dürfen nur so gelegt werden, dass mindestens ein Fuß auf dem Weg bleiben kann.

Auch wies Schneider darauf hin, dass Geocacher in der Vergangenheit an verschiedenen Messen und Veranstaltungen wie der „Jagd und Hund“ teilgenommen haben und auch immer gern gesehen sind. Von NRW aus wird derzeit auch wieder ein Stand auf der genannten Messe geplant (die Kosten werden sogar vom Verband übernommen) und soll von verschiedenen Geocaching Vereinen personell unterstützt werden.

Stefan Befeld von Wald und Holz NRW berichtete, dass in Kürze ein Infoblatt herausgegeben werden soll, dass auf die verschiedenen Wünsche, Bedürfnisse und Richtlinien im Umgang zwischen Jägern, Förstern und Geocachern hinweisen soll.

Pro Natur 2014: S. Belfeld

Wichtig war ihm noch einmal darauf aufmerksam zu machen, dass Naturschutzgebiete aber auch Flora-Fauna-Habitate (kurz FFH) geschützt werden müssen. Über Google findet man hier schnell eine Übersicht. Eine Karte für Hessen gibt es zum Beispiel unter http://atlas.umwelt.hessen.de/atlas/

Wusstet ihr übrigens, dass „gewerbliche Veranstaltungen“, also beispielsweise auch kostenpflichtige Geocaching-Kurse im Wald beim Forst angemeldet werden müssen? Hier gilt es sicher in Zukunft auch das ein oder andere Event noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Roland Dietrich alias eigengott – seines Zeichens Reviewer in NRW – bat noch einmal um bessere Aufklärung, denn der Hinweis „Geocaches dürfen nicht in Dickungen“ liegen, ist in der Regel bereits zum Scheitern verdammt, weil die meisten erst gar nicht wissen, was eine Dickung ist.

Im Anschluss an die Kurzvorträge gab es noch eine Podiumsdiskussion zwischen den drei bereits genannten Personen, einem weiteren Reviewer, einem „normalen“ Geocacher und dem Geschäftsführer des Wildparks. Diese Diskussion zeigte sehr deutlich, dass es einfach zumeist daran scheitert, dass nicht klar ist, wer kontaktiert werden muss und wie und es hier einfach viele rechtliche Fragen und Missverständnisse gibt (Beispiel: Waldbetretungsrecht – was darf ich was nicht?).

Pro Natur 2014: Podiumsdiskussion

Immer wieder betont wurde, wie wichtig es ist mit den verschiedenen Parteien zu reden – und das schreiben wir als Vereins uns natürlich besonders hoch auf die Agenda. Es geht nur miteinander!

Bis bald,
eure Annika (annimiles)

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